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Verantwortung Erde Graz

hat Potential, wir sind da, mischen uns ein und beobachten, was in Graz geschieht. Die kleine Bewegung ist für mich gerade zum richtigen Moment gekommen, bei der letzten Gemeinderatswahl waren wir wohl zu spät dran, konnten nicht sichtbar genug werden, freuen uns aber doch über die knapp unter Tausend Stimmen, genug um weitermachen zu wollen.

Ich bin Leo Rögner, und ich werde jetzt hier auf dieser Seite einen kleinen Blog starten.

Es wird um Klima gehen, unser Kernthema, aber auch um andere Stadtgeschichten. Geschichten über meine früheren politischen Erfahrungen in der Stadt, und Geschichten aus der Zukunft, also kleine Utopien. Wir müssen wissen wo wir hin wollen, wenn wir politisch handeln wollen.

Ich werde also wohl mal die eine oder andere Studie zitieren, es wird aber mehr um die Haltung gehen, um persönliche Zugänge. „Die Wahrheit“ ist schwer zu fassen und vielschichtig, das hat gerade die letzte Zeit deutlich gemacht. Auch ich selbst verwende gerne Formulierungen wie „das ist so..“, obwohl ich es natürlich nicht besser weiß als andere. Schließlich denkt jeder von sich selbst, genau den richtigen Standpunkt zu vertreten. Wenn wir uns das bewusst machen, können wir Gemeinsamkeiten suchen, müssen wir nicht so oft auf Konfrontation gehen.

Auf Radio Helsinki hab ich bei einigen Sendungen „zum Verschwinden der politischen Heimat“ mitgewirkt – die ganz klar aus Konfrontation entstanden sind. Es geht also, wie so oft, um das richtige Maß. Wenn ich Konfrontation nötig finde, möchte ich da stehen bleiben können, möchte argumentieren. Möchte Gegenargumente hören. Suche Raum und Möglichkeiten für Diskurs, was ich für den wichtigsten Grundpfeiler der Demokratie halte.

Auch der Tanz wird dran kommen, Lindy Hop, eine bleibende Leidenschaft von mir, hatte in den 30ern durchaus eine politische Komponente. Die contact improvisation sowie die Tanzperformance hatte ich mal als Workshop Reihe bei der Attac Sommerakademie angeboten. Die Motivation dazu ist noch Utopie geblieben: „politischer Straßentanz“.

Soweit der Plan. Wie oft ich schreiben werde, in welche Richtung es geht, davon lasse ich mich selbst noch überraschen 🙂 Freue mich jedenfalls darauf!

Klima und Freiheit

Die Gesellschaft kann einschränken, also die erlebte Erwartungshaltung des persönlichen Umfeldes, oder der Staat, oder die Umstände wie man zu den Dingen kommt, die man fürs Leben braucht. Wir wünschen uns möglichst wenig Einschränkung von außen. Dann wünschen wir uns wieder klare Regeln: was ich mir selbst verbiete, soll ein anderer auch nicht dürfen.

Ich konnte mal bei einer Performance mitwirken mit dem Titel „Kettenhunde“. Wir haben Ketten durch die Bühne gespannt und anhand der Geschichte von Kain und Abel die Aggression thematisiert: Der an die Ackerscholle gebundene entwickelt eine Aggression gegenüber den frei herumziehenden Nomaden. Der Kettenhund richtet seine Aggression nicht gegen die Kette, sie gilt frei herum streunenden Hunden.

Können wir diese schöne Metapher auf unsere Lage im Klimawandel übertragen? Dem Teil der Welt, in dem wir leben, hat unsere Art zu wirtschaften Wohlstand gebracht, zugleich Abhängigkeit von fossiler Energie. Es ist eine Sackgasse, ohne Schaden kommen wir da nicht raus. Wir liegen an der Kette des Kapitalismus.

Der Kapitalismus hat uns auch die Narrative geben, im Konsum die Freiheit zu sehen. Die Freiheit an der Kette – die wir so nicht wahrnehmen, der Narrativ ist sehr wirkmächtig, da ist ja der Wohlstand.

Zwar kennen wir andere Narrative, aber nicht jeder hat sie erlebt. Wenn ich selbst auf mein bisheriges Leben blicke, lag das allergrößte Erlebnis von Freiheit in meinen ausgedehnten Radtouren durch ganz Europa: Wir haben alles dabei, alles was kaputt geht, können wir selbst reparieren. Wir haben keine fixen Tagesetappen, dort wo es finster wird suchen wir uns einen Platz zum Schlafen. In der Natur einen Zeltplatz, in der Stadt ein Zimmer. Vor dem Zelt im Sonnenuntergang noch eine Flasche Rotwein aufmachen, die Strecke einatmen die wir geschafft haben, und eine tiefe Zufriedenheit austrinken.

Die Freiheit ist also vielschichtig, ein subjektives Gefühl, und als solches liegt es in eigener Verantwortung, sie zu erreichen. Wenn wir uns selbst um einen kleinen ökologischen Fußabdruck bemühen, aber die Kette nicht sehen, laufen wir Gefahr Aggression zu entwickeln gegen jene die das nicht tun. Sich mit einem der guten Narrative von der Kette zu lösen gelingt oft nur temporär, oder nur für das kleine Umfeld, während die restliche Welt an der Kette bleibt. Leicht ist der Ausweg nicht, bei dessen Suche soll in diesem Blog jedoch die Sehnsucht nach Freiheit als Antrieb dienen.