Artensterben

Mehr als 75 Prozent Rückgang der gesamten Fluginsektenbiomasse in Schutzgebieten.

Der weltweite Rückgang der Insekten hat bei Wissenschaftlern, Politikern und der breiten Öffentlichkeit großes Interesse geweckt. Es wird erwartet, dass der Verlust der Insektenvielfalt und -fülle kaskadierende Auswirkungen auf Nahrungsnetze hervorrufen und Ökosystemleistungen gefährden wird. Unser Verständnis des Ausmaßes und der zugrunde liegenden Ursachen dieses Rückgangs basiert nur auf der Häufigkeit einzelner Arten oder taxonomischer Gruppen und nicht auf Veränderungen der Insektenbiomasse, die für das ökologische Funktionieren relevanter sind. Hier haben wir ein standardisiertes Protokoll verwendet, um die gesamte Insektenbiomasse mit Malaisefallen zu messen, die über 27 Jahre in 63 Naturschutzgebieten in Deutschland (96 einzigartige Standort-Jahr-Kombinationen) eingesetzt wurden, um auf den Status und die Entwicklung der lokalen Entomofauna zu schließen. Unsere Analyse schätzt einen saisonalen Rückgang von 76 % und einen Mittsommerrückgang von 82 % der Fluginsektenbiomasse in den 27 Studienjahren. Wir zeigen, dass dieser Rückgang unabhängig vom Lebensraumtyp offensichtlich ist, während Änderungen des Wetters, der Landnutzung und der Habitateigenschaften diesen Gesamtrückgang nicht erklären können. Dieser noch nicht erkannte Verlust an Insektenbiomasse muss bei der Bewertung des Rückgangs des Artenreichtums in Abhängigkeit von Insekten als Nahrungsquelle und der Ökosystemfunktion in der europäischen Landschaft berücksichtigt werden.

Caspar A. Hallmann

Rund ein Drittel aller Baumarten vom Aussterben bedroht

Rund ein Drittel aller Baumarten weltweit sind vom Aussterben bedroht. Ein gestern veröffentlichter Bericht warnt, dass vor allem die Rodung von Waldflächen für die Landwirtschaft sowie die Holzgewinnung den Fortbestand vieler Baumarten bedrohen. Auch der Klimawandel habe „deutlich messbare Auswirkungen“. Zu den am stärksten bedrohten Arten gehören Magnolien. Auch Eichen und Ahornbäume werden als gefährdet eingestuft.

Der Bericht wurde von einem internationalen Zusammenschluss botanischer Gärten (Botanic Gardens Conservation International) und Fachleuten der Weltnaturschutzunion (IUCN) vorgelegt. Die IUCN berät ab morgen bei einer Konferenz im südfranzösischen Marseille über den Schutz von Tier- und Pflanzenarten.

Studie zu über 58.000 Baumarten

Die Studie untersuchte die Bedrohungslage für 58.497 Baumarten weltweit und stellte fest, dass 30 Prozent vom Aussterben bedroht sind. Weitere sieben Prozent werden als „möglicherweise bedroht“ eingestuft. Für 21 Prozent der Arten lagen nicht genügend Daten für eine Bewertung vor.

Etwas mehr als 40 Prozent wurden als „nicht gefährdet“ eingestuft. Etwa 142 Baumarten wurden von den Fachleuten als bereits ausgestorben eingestuft, und von mehr als 440 Baumarten gibt es weniger als 50 Exemplare in der freien Natur.

ORF 2.9.2021